KI-Kompass KI verstehen, anwenden, einordnen

Prompting: bessere Antworten von KI

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Ein Prompt ist die Eingabe an eine KI. Die Qualität der Antwort hängt stark davon ab, wie klar du schreibst, was du willst. Diese Anleitung zeigt eine einfache Methode, die in den meisten Fällen funktioniert.

Die fünf Bausteine eines guten Prompts

1 RolleWer soll die KI sein? 2 AufgabeWas genau tun? 3 KontextWofür, für wen? 4 FormatWelche Form? 5 BeispieleSo ungefähr.
Die Aufgabe ist Pflicht, die anderen vier Bausteine machen das Ergebnis passgenauer.
  1. Rolle: „Du bist eine erfahrene Lektorin für Sachtexte.“ Das lenkt Ton und Fachniveau.
  2. Aufgabe: Ein klares Verb und ein klares Ziel: „Kürze den Text auf 120 Wörter.“ Nicht: „Mach was damit.“
  3. Kontext: Zielgruppe, Zweck, Hintergrund, Einschränkungen. „Der Text geht an Kunden ohne Fachwissen.“
  4. Format: Liste, Tabelle, Fließtext, Länge, Sprache, Du oder Sie.
  5. Beispiele: Ein oder zwei Muster für gewünschten Stil oder Aufbau. Das nennt man Few-Shot-Prompting.

Vorher und nachher

Schwacher PromptBesserer Prompt
Schreib etwas über Solaranlagen.Schreibe einen Blogartikel (ca. 400 Wörter) für Hausbesitzer ohne Vorkenntnisse: Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage? Verwende kurze Absätze, drei Zwischenüberschriften und einen sachlichen, freundlichen Ton.
Fass das zusammen.Fasse den folgenden Bericht in fünf Stichpunkten für die Geschäftsleitung zusammen. Nenne zuerst die wichtigste Entscheidung, die ansteht. Text: …
Hilf mir bei Excel.In Spalte A stehen Datumswerte, in Spalte B Umsätze. Wie berechne ich den Gesamtumsatz pro Monat? Erkläre es Schritt für Schritt für Excel auf Deutsch.

Eine Vorlage zum Kopieren

Rolle: Du bist [Rolle].
Aufgabe: [Was soll getan werden?]
Kontext: [Zielgruppe, Zweck, wichtige Hintergründe, Einschränkungen]
Format: [Länge, Struktur, Ton, Sprache]
Beispiel (optional): [Kurzes Muster]

Material:
[Text, Daten oder Stichpunkte, mit denen gearbeitet werden soll]

Techniken, die oft helfen

  • Schrittweise vorgehen: „Gehe die Aufgabe Schritt für Schritt durch und nenne am Ende das Ergebnis.“ Das hilft bei Logik, Rechnen und Planung.
  • Rückfragen erlauben: „Wenn dir Informationen fehlen, stelle mir bis zu drei Fragen, bevor du antwortest.“
  • Quellen und Unsicherheit anfordern: „Kennzeichne, wo du unsicher bist, und nenne nachprüfbare Quellen.“
  • In Runden verbessern: Die erste Antwort ist ein Entwurf. Gib gezielt Feedback: „Kürzer, weniger Fachbegriffe, mit einem Praxisbeispiel am Anfang.“
  • Trennen von Anweisung und Material: Setze Texte, die bearbeitet werden sollen, in Anführungszeichen oder zwischen Markierungen wie ---.

Häufige Fehler

  • Zu vage: „Schreib was Gutes.“ Besser: Zweck und Zielgruppe nennen.
  • Zu viele Aufgaben in einem Prompt. Teile große Aufgaben in Schritte.
  • Widersprüche: „Kurz, aber ausführlich.“ Entscheide dich.
  • Ergebnis ungeprüft übernehmen. Fakten, Zahlen und Zitate immer kontrollieren.
  • Vertrauliche Daten einfügen, ohne die Datenschutzregeln des Dienstes zu kennen. Siehe KI im Alltag.
Übung (10 Minuten)

Nimm eine Aufgabe, die du diese Woche ohnehin erledigen musst, zum Beispiel eine E-Mail oder eine Zusammenfassung. Schreibe zuerst einen kurzen Prompt, dann einen mit allen fünf Bausteinen. Vergleiche beide Ergebnisse und notiere, welcher Baustein den größten Unterschied gemacht hat. Sammle gute Prompts in einer eigenen Notizdatei.